Medizinisches Marihuana

Deutschland ist nach Nordamerika und Kanada der drittgrößte legale Hanfmarkt. Im Jahr 2017 billigte die deutsche Regierung die Legalisierung von Cannabis mit einem Vorbehalt als verschreibungspflichtiges Medikament für Menschen, für die „es keine therapeutische Alternative gibt“. Zu dieser Zeit begann man, Cannabis schwerkranken Patienten zur medizinischen Verwendung zu verschreiben. Ein Jahr später, im Jahr 2018, erreichte der legale Verkauf von Cannabis in Deutschland mit 73 Millionen US-Dollar den höchsten Wert im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Statistiken zeigen, dass rund 4 Millionen Bundesbürger Cannabis im Auftrag eines Arztes für medizinische Zwecke verwenden. Jährlich findet dort eine „Hanfparade“ statt, bei der die Teilnehmer die vollständige Legalisierung von Cannabis fordern, da dieser für den Freizeitkonsum verboten ist. Je nach Stadt sind die Strafen für den Besitz dieser Substanz unterschiedlich hoch; z.B. Rheinland und Thüringen: die erlaubte Menge beträgt bis zu 10 Gramm Cannabis, während in Niedersachsen und Bayern bis zu 6 Gramm erlaubt sind. Vielleicht ist es an der Zeit, dem deutschen Beispiel zu folgen.

Europa und Deutschland

Der deutsche Ansatz in der Cannabispolitik dient als Vorbild für andere EU-Mitgliedstaaten.

In Polen ist der Konsum von medizinischem Cannabis jedoch nach wie vor umstritten. Obwohl es am 1. November 2017 legalisiert wurde, sind einige Ärzte immer noch nicht bereit, es Patienten zu verschreiben. Darüber hinaus führten die komplexen gesetzlichen Bestimmungen dazu, dass die meisten Pharmaunternehmen nicht in der Lage waren, die Anforderungen der polnischen Vorschriften zu erfüllen, so dass die Medikamente nicht sofort in den Apotheken erschienen.

Medizinisches Marihuana ist auch in Spanien, den Niederlanden, Italien, Slowenien, Deutschland, Belgien und dem Vereinigten Königreich legalisiert worden. In all diesen Ländern kann Marihuana für medizinische Zwecke verwendet werden.

Medizinisches Marihuana als Medikament

Viele Studien haben gezeigt, dass medizinisches Marihuana bei vielen Krankheiten (z.B. Multiple Sklerose, Epilepsie, Grauer Star, Krebs, Neurosen) hilft und je nach Art der Krankheit in verschiedenen Formen eingenommen werden kann. Medizinisches Marihuana ist in Form von Dörrblättern zum Rauchen oder Verdampfen, Kapseln, Salben und CBD-Öl in verschiedenen Konzentrationen erhältlich.

Trotz der Legalisierung wurde kein cannabinoidhaltiges Produkt in die Apotheken gebracht. In Polen gibt es keine etablierten Indikationen für die Behandlung von Patienten mit Cannabinoiden, da es zu wenig Beweise für deren Wirksamkeit gibt. Sie werden in der Regel als letztes Mittel für den Patienten eingesetzt, wenn andere Behandlungsmethoden versagt haben. CBD-Präparate sind in Polen nicht als medizinische Präparate registriert, und Arzneimittel auf der Basis von Cannabinoiden werden nicht erstattet (Art. 6 Abs. 5a Gesetz vom 12. Mai 2011 über die Erstattung von Arzneimitteln, Medizinprodukten, Lebensmitteln mit besonderer Zweckbestimmung; GBl. von 2019, Pos. 784, mit nachtr. Änderungen).

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