CBD bei Behandlung von motorischen Störungen

Bewegungsstörungen, wie Parkinson-Krankheit und Dyskinesie, d.h. unkoordinierte und unfreiwillige Bewegungen der Gliedmaßen oder des ganzen Körpers, sind sehr verheerende Zustände. Dies hängt mit oxidativem Stress und Neurodegeneration zusammen. Häufig verwendete Medikamente bringen nicht die erwarteten Ergebnisse, sondern haben sogar unerwünschte Nebenwirkungen. CBD-Öl hingegen gehört zur Gruppe der Verbindungen mit antipsychotischer, angstlösender, entzündungshemmender und neuroprotektiver Wirkung und scheint daher ein vielversprechendes Mittel zur Behandlung und/oder Prävention von Bewegungsstörungen zu sein.

Schauen wir uns klinische und präklinische Studien an, die auf das Potenzial von Cannabidiol in diesem Bereich aufmerksam machen.

CBD ist eine der wichtigsten Substanzen, die in Cannabispflanzen gefunden werden. Im Gegensatz zu THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol) ist CBD nicht psychoaktiv. Allerdings haben aufeinanderfolgende Studien gezeigt, dass CBD die Wirkungsweise von Δ9-THC moduliert und viele Wirkungen im Zentralnervensystem aufweist, darunter antiepileptische, angstlösende und antipsychotische, sowie entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen, und dass sowohl Entzündung, als auch oxidativer Stress mit der Pathogenese verschiedener motorischer Störungen, wie z.B. der Parkinson-Krankheit, verbunden sind.

Die Parkinson-Krankheit ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, und ihre Inzidenz steigt mit dem Alter. Die Erkrankung zeichnet sich durch motorische Beeinträchtigung (Hypokinese, Tremor, Muskelsteifheit) und nicht-motorische Symptome aus, wie z.B:

  • Schlafstörungen
  • kognitive Defizite
  • Angstzustände und Depressionen
  • psychotische Symptome

Die Pathophysiologie der Parkinson-Krankheit ist mit dem Verlust dopaminerger Neuronen aus dem Gehirn verbunden und führt folglich zu einem reduzierten Dopaminspiegel.

Die erste CBD-Studie an Parkinson-Patienten sollte die Auswirkungen der CBD auf psychotische Symptome testen. Die vierwöchige Behandlung mit CBD verringerte die psychotischen Symptome, die anhand der verkürzten psychiatrischen Beurteilungsskala und des psychiatrischen Fragebogens für Parkinson beurteilt wurden, ohne die motorischen Funktionen zu beeinträchtigen oder Nebenwirkungen hervorzurufen. Später wurde in einer Reihe von Fällen mit vier Patienten mit derselben Krankheit bestätigt, dass das CBD die Inzidenz von REM-Schlafstörungen reduzieren konnte. Darüber hinaus verbessert die 6 Wochen lange Behandlung mit CBD die Lebensqualität von Patienten, obwohl sie weder die motorischen Funktionen von Parkinson-Patienten, noch das Gesamtergebnis der Symptome verbessert. Die Autoren vermuten, dass dieser Effekt mit den angstlösenden, antidepressiven und antipsychotischen Eigenschaften der CBD zusammenhängen könnte.

Nachfolgende Nagetierstudien haben gezeigt, dass das CBD eine erhöhte Katalepsie verhindert und/oder rückgängig macht und eine neuroprotektive Wirkung bei Nagetieren hat.

Andere Bewegungsstörungen, wie z.B. Dystonien, sind Ergebnis einer abnormen Muskelspannung, die unwillkürliche Muskelkrämpfe und wiederholte Bewegungen oder eine falsche Körperhaltung verursachen. 1986 führten Wissenschaftler Forschungsarbeiten durch und waren die ersten, die die Auswirkungen des CBD selbst auf motorische Störungen bewerteten. In dieser offenen Studie mit fünf Patienten mit distonischer Bewegungsstörung wurde eine 20-50%ige Verbesserung der distonischen Symptome während einer 6-wöchigen CBD-Behandlung gezeigt. Bemerkenswert ist, dass zwei Patienten mit gleichzeitigen Parkinson-Symptomen nach Einnahme höherer Dosen von CBD eine Verschlechterung der Hypokinesie und/oder des Ruhetremor zeigten. Es ist jedoch zu beachten, dass in zwei neueren Studien mit Parkinson-Patienten keine Verschlechterung der motorischen Funktion beobachtet wurde. Wissenschaftler haben durchweg die Verbesserung dystoner Symptome bei zwei Patienten – einem mit idiopathischer spasmodischer Halstorsionsdystonie und einem mit generalisierter Torsionsdystonie – nach einer akuten CBD-Behandlung beschrieben.

Zusammenfassung

Die Forschung über die Rolle des CBD bei Behandlung von motorischen Störungen ist nicht sehr umgfangreich. Darüber hinaus gibt es Unterschiede in der Dosis und Dauer der Behandlung, sowie im Stadium der Erkrankung (z.B. es werden Parkinson-Patienten erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung behandelt). Die Tatsache, dass das CBD in klinischen Studien erst nach diesem signifikanten Fortschreiten der Krankheit verabreicht wird, könnte die widersprüchlichen Ergebnisse erklären. Leider bleibt die Frühdiagnose der Parkinson-Krankheit eine Herausforderung, die die Umsetzung von Präventionsstrategien erschwert. Die Entwicklung von Diagnosekriterien zur Erkennung von Parkinson im Frühstadium der Krankheit wird wahrscheinlich die Anwendung von CBD bei dieser Krankheit ausweiten. Das vorteilhafte neuroprotektive Profil des CBD, das zu den hier beschriebenen Fällen hinzukommt, ist jedoch ermutigend. Zweifellos sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um diese ersten Daten zu bestätigen und die Mechanismen zu klären, die mit dem präventiven und/oder therapeutischen Potenzial des CBD bei motorischen Störungen verbunden sind.

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